Hl. Christina Kirchenpatronin

Die Passion der Hl. Christina

Kurze Einführung zu den Malereien.

Die Fresken der Kirche von St. Christina gehen auf das Jahr 1910 zurück und sind das Werk des Kunstmalers Jonas Ranter aus Sterzing. Seine Malerei gehört dem nazarenischen Stil an. Die Nazarener waren einige österreichische Maler, die sich 19te Jahrhundert vereint hatten, um für einen nüchternen und evangelischeren Malstil als bisher zu plädieren und sich auf religiöse Maler wie Beato Angelico stützten.

Das Altarbild hingegen ist älter und stammt aus dem Jahr 1848 von Johann Burgauner aus Kastelruth. Im oberen Teil stellt es Maria Himmelfahrt dar und an der Unterseite die beiden Schirmherren: Hl. Antonius Abate und St. Christina.
Rechts ist die Heilige dargestellt mit den typischen Symbolen: dem Mühlstein, dem Pfeil und der Schlange.

 

 

 

 

 

 



Analyse der Fresken über das Leben der Märtyrerin Christina.

1.Bild: Christinas Taufe

Die Werke, die das Leben der Heiligen betreffen, befinden sich über den Bögen des Hauptschiffes in einer Art von Dreiecken, deren Fachausdruck Segel ist. An der Spitze eines jeden kann man beobachten, wie der Künstler diejenigen darstellt, die seines Erachtens nach, Gott am nächsten stehen. In diesem Fall ein Priester, dann ein Engel und in allen anderen Gemälden die Hl. Christina. Jedes Fresko hat zudem einen goldenen Hintergrund und leichte Spuren romanischer Architektur, wie z.B. eine Säule oder ein Stadttor.

Wer ist Christina?
Christina ist ein etwa 10jähriges Mädchen, das am Bolsena See im heutigen Latium lebt und Tochter einer adeligen Römerin und eines Magister militum ist, was in der heutigen Zeit einem Polizeipräsidenten entspräche. Wir sind in den Anfängen von 300 n.C. unter dem Kaiser Diokletian, in einer Zeit, in der die Christenverfolgung wütete. Christina wird heimlich getauft und nimmt den Namen Christina in Anlehnung an Christus an. Da sie ja nur heimlich Christin ist, zwingt ihr Vater sie heidnische Götzen anzubeten und sperrt sie in einen Turm. Nachdem sie vergeblich angefleht wird zum traditionellen Glauben zurückzukehren, wird sie von ihrem Vater, dem Justizbeamten, verhaftet, gegeißelt und schließlich seinem Gericht übergeben, das sie zu einer Reihe von Folterqualen verurteilt.

2.Bild: Christina wird an ein Rad gebunden, unter das ein Feuer entzündet wird.

Der Vater unterzieht sie der grausamen Folter des Rades, unter dem ein Feuer entzündet wird. Das Rad zerbricht jedoch und das Feuer erlischt. Viele bekehren sich. Einer anderen Überlieferung zufolge verbreiten sich die Flammen und verbrennen 1500 Menschen.

3.Bild: Christina wird aus dem Gefängnis befreit.

Der Vater lässt sie ins Gefängnis werfen, aber in der Nacht wird sie von einem Engel befreit, der ihr die Wunden heilt. Hasserfüllt schickt er sie in der selben Nacht auf ein Schiff inmitten des Sees, bindet ihr einen Mühlstein um den Hals und wirft sie ins Wasser. Auf wundersame Weise schwimmt der Stein an der Oberfläche und auf ihm hinterlässt Christina ihre Fußspuren. In der selben Nacht stirbt der Vater.
(An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass aus dem Mühlstein in der Basilika von St. Christina in Bolsena ein Altar entstanden ist. Im Jahre 1263 bemerkte genau auf diesem Altar ein böhmischer Priester, der Zweifel an der Wahrhaftigkeit des Leibes und des Blutes Christus in der Eucharistie hegte, Blutstropfen, die aus der gesegneten Hostie flossen und auf das Korporale - das weiße Leinentuch - und den Boden tropften, während er die Hl. Messe feierte. Im Anschluss an dieses Ereignis setzte Papst Urban IV im darauffolgenden Jahr das Fronleichnamfest an.

4.Bild: Christina zerstört die Statue Apollos

Nachdem Christina von Dione in heißes Öl getaucht worden war und sie erneut lebend hervorkommt, lässt er sie entkleiden, ihr das Haar schneiden und so erniedrigt durch die ganze Stadt führen bis zum Tempel des Gottes Apollo, wo er sie zwingt dessen Statue anzubeten. Christina aber lobpreist Jesus Christus und bittet die Figur den Tempel zu verlassen. In der Folge macht sich das Götzenbild auf den Weg und zerfällt zu Füßen des Mädchens. Die Menge bekehrt sich und kurze Zeit später stirbt Dione.

6.Bild: Christinas Tod

In der Folge lässt Giuliano sie aus dem Gefängnis holen und ins Amphitheater führen. Zuerst werden ihr die Brüste und die Zunge abgeschnitten. Sie hebt ihre Zunge auf und schleudert sie gegen Giuliano, den sie trifft und der erblindet. Dann wird sie an einen Pfahl gebunden. (Hier bemerken wir sogleich, dass sich unterhalb der Spitze ein Baum befindet, der eine zentrale Bedeutung im Gemälde hat. Der Pfahl, an dem Christina festgebunden ist, wird von dem Künstler als Lebensbaum dargestellt, Symbol des Lebens und nicht des Todes, so wie das Kreuz Christi Auferstehung ist und nicht nur Tod. Dem Martyrium Christinas folgen nämlich effektiv viele Bekehrungen und eine neue christliche Gemeinschaft.) Anschließend schleudert man einen Pfeil auf sie, der sie tötet. Kurz darauf holt ein Verwandter ihren Körper und begräbt ihn in der Nähe des Apollotempels, auf dem dann im Laufe der Zeit die Basilika errichtet wurde.


1. Jetzt ist die Frage berechtigt inwieweit die oben geschilderte Geschichte, auch historisch ist. Natürlich kann man das nicht wissen, vielleicht ist sie auch aus dem Eifer der Berichterstatter heraus entstanden, die das Volk die christliche Religion lehren wollten. Auf jeden Fall sind einige Tatsachen gewiss: das Datum des Todes ist der 24. Juli 302. Zudem bekunden archäologische Studien, dass bereits im V Jahrhundert, also 100 Jahre nach ihrem Tode, an jenem Ort eine Märtyrerin Christina verehrt wurde. Im VI Jahrhundert ist das Bildnis der Christina schon in den Mosaiken der Sant‘ Appollinare in Ravenna vorhanden.
Im X Jahrhundert ist die Verehrung der Heiligen mittlerweile in der ganzen Welt überliefert, allein in Italien gibt es 158 Kultstätten. Es ist also eine Tatsache, dass eine Märtyrerin namens Christina in jener Zeit gelebt hat, sie Folterungen erdulden musste und in der Folge Bolsena bekehrt wurde.

2. Was haben die Symbole, die wir außerhalb dargestellt sehen konnten, mit der Heiligen zu tun?
Das Wasser: die Taufe, Quell des Lebens; der See, der sie ertränken hätte sollen, unterstützt sie.
Das Feuer: zwei Mal während ihrer Qualen erlebt Christina das Feuer als Versuch der Unterdrückung und gleichzeitig wird es die Offenbarung der Kraft und der Liebe Gottes.
Das Labyrinth: wie konnte sich Christina aus den Wirren der Lebensentscheidungen befreien? Indem sie das Kreuz Jesus zu ihrem Lebensmittelpunkt machte.

• Christina ist ein faszinierendes Mädchen. Warum? Wir kennen zwar keine anderen Mädchen in ihrem Alter, aber gewisse werden sicher anmutiger, intelligenter und sympathischer gewesen sein. Was also hat Christina von den anderen hervorgehoben und sie so besonders sein lassen? Die Antwort ist: ihre Freundschaft zu Gott. Die Begegnung mit ihm hat ihr Leben so durcheinander gebracht, dass sie ihre Eltern verleugnet und sich dem Martyrium hingibt.
In der Überschrift sind unter anderem die Begriffe „eine unvergängliche Hoffnung“ verwendet. Was ist die Hoffnung anderes als die Gewissheit der Zukunft? Christina hat ihr Leben mit der unvergänglichen, unauslöschbaren Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod und dem Sieg der Liebe über den Hass beendet.

• Letzter Punkt: Die Schriftstücke über die Märtyrer sind kein ergreifendes, sondern ein trockenes Buch, das mit der Christenverfolgung der ersten Jahrhunderte endete. Die Glaubensmärtyrer gibt es und viele auch noch in der heutigen Zeit. Ich bringe ein kurzes Beispiel über einen Katecheten aus Uganda namens Francis, der 1982 (vor dreißig Jahren) verstorben ist und nur wenig älter als Christina war.

Ein Zeuge hat die letzten Augenblicke Francis‘ so wiedergegeben: „Die Soldaten, die ihn einige Wochen zuvor mehrmals bedroht hatten, da sie nicht wollten, dass er in die Kirche ging und sich mit Freunden traf, um über das Wort Gottes zu meditieren, kamen und nahmen ihn von zuhause mit. Erst schlugen sie ihn mehrfach mit Fußtritten und Fäusten, dann fesselten sie ihn gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder. Schließlich waren wir sechs Männer, die aneinander gebunden waren. Ab einem gewissen Zeitpunkt des Weges begannen die Soldaten uns zu schlagen, einer traf mit einem Fußtritt Francis‘ Wirbelsäule und dieser fiel in sich zusammen. Er versuchte sich zu erheben, doch er schaffte es nicht. „Heilige Muttergottes, meine Mutter, ich sterbe unschuldig“, sagte er. Letztendlich gelang es ihm mit großer Müh und Not sich aufzurappeln. Er ging einige Schritte weiter, aber er stürzte zum zweiten Mal zu Boden. „Ich kann das Ganze nicht mehr ertragen“, sagte er, „ich kann mich nicht mehr bewegen. Mein Gott, ich sterbe grundlos.“ Die Soldaten näherten sich ihm und fragten: „Bist du müde?“ „Ja“, antwortete Francis. Also banden sie ihn los, holten einen Holzscheit und hauten ihn so fest es ging auf den Rücken. Sie hängten ihn kopfüber, verprügelten ihn weiter und stachen auf ihn ein. An dieser Stelle konnte ich ihn nicht mehr ansehen. Ich konnte nur hören wie sie ihn weiter peinigten. Ich hörte seine Worte: „Herr, verzeih ihnen. Ich sterbe grundlos. Ich weiß nichts. Herr, verzeih ihnen. Jesus ist auf die selbe Art und Weise behandelt worden.“ Da drehte ich mich zu ihm und sah, dass er gestorben war,....

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